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Die einzige wirklich wichtige Workshopregel ist: eine Bitte

Statt die Teilnehmer mit unsinnigen Regeln zu malträtieren, die den gesunden Menschenverstand in Frage stellen, arbeiten wir mit einer Bitte: einem Signal zum Innehalten.

Wenn ein Workshop wirklich, wirklich gut laufen sollen, stellen Moderatoren gerne Regeln auf, zum Beispiel diese:

Alles ansich nicht falsch. Leider funktionieren diese Aufzählungen meistens trotzdem nicht. Erstens, weil sie die Teilnehmer infantilisieren und damit automatisch dafür sorgen, dass sie - völlig zu recht - ignoriert werden -- und zweitens, weil gutes Workshopdesign ohnehin dafür sorgt, dass die meisten Dinge sich selbst regeln.

Handys und Laptops bleiben zum Beispiel bei straffen Methoden von selbst in der Tasche. Seiten-Gespräche darf man getrost auch mal der Selbstorganisation der Gruppe überlassen. 'Ja, aber' -- ist ein wunderbarer Gedanke aus dem Improtheater, allerdings keine Regel, die man aufstellt und dann ist es getan. 'Quantität vor Qualität' ergibt sich aus den verwendeten Methoden, selbiges gilt für den 'keine-Titel' Ansatz. Dies wird ohnehin vorab mit dem Auftraggeber inhaltlich geklärt und im Design des Workshops berücksichtigt.

Es ist ein bisschen wie mit New Work, sobald man davon ausgeht, dass jemand ohnehin mit gesundem Menschenverstand ausgerüstet ist, kann man formale Vorgaben meistens getrost weglassen.

Dennoch ist es für die Moderatoren wichtig, die Teilnehmer einzeln und als Gruppe steuern zu können. Unsere Aufgabe ist es, einen Rahmen zu geben, der Produktivität fördert, Inhalte zutage bringt, Gemeinsinn nutzt. Diese Rolle muss klar sein. Und dafür hilft es, die Teilnehmer anfangs zu bitten, auf eine einzige Sache zu achten, und die geht so:

Symbolbild

"Wenn Sie sehen, dass ich das hier machen (siehe Symbolbild rechts), tun sie es mir nach -- und hören auf, zu sprechen. Wenn Sie sehen, dass jemand anderes das tut, tun sie dasselbe."

Kleine Bitte, große Wirkung. Es passiert außerordentlich selten, dass eine Gruppe sich dagegen sperrt, aber meist liegen dann ohnehin ganz andere Problematiken vor. In allen anderen Fällen reagieren 2 bis 3 Teilnehmer extrem schnell, machen andere auf sich aufmerksam, und die letzten werden von der Gruppe selbst aufmerksam gemacht. Innerhalb von wenigen Sekunden ist Ruhe im Raum und der Fokus wieder beim Moderatoren, der nun stimmschonend Fragen beantworten oder nächste Schritte ankündigen kann.

Foto: Marcos Luiz Photograph auf Unsplash

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